Leiden an falscher Zelebration – wie ich damit umgehe

Mein Beitrag zu der bei Tradition und Glauben begonnenen und bei Katholisch ohne Furcht und Tadel fortgeführten Diskussion:

Zur Richtigkeit einer FE*-Zelebration kann ich gar nichts sagen, da ich darüber zu wenig weiß. Zu einer Alten Messe habe ich auch nur gelegentlich die Möglichkeit, da es schon recht schwierig ist, meine heranwachsenden Kinder öfter als ausnahmsweise einmal sonntags um 7 Uhr aus dem Bett zu holen, um die nächst gelegene Alte Messe aufzusuchen. Insofern kann ich da eher etwas zur FO* sagen. Um meinen eigenen Kritizismus wenigstens im Zaum zu halten, habe ich mir – in „Dieter-Bohlen-Manier“?- angewöhnt, nach Pflicht und Kür zu unterscheiden, und mich überhaupt nur mit den Fragen der Pflicht („falsche Zelebration“) und nicht mit denen der Kür („schlechte Zelebration“) zu befassen. Soll heißen: All das, was man als Zelebrant oder Mitwirkender schöner oder weniger schön machen kann (z. B. Singen, Predigen, Gestik – die Fragen des „Wie“), versuche ich mir selbst von vornherein als Gegenstand der Kritik zu verbieten.
Anders ist es mit der „Pflicht“, also das, was in Vorschriften gefasst ist. Da geht es vor allem um die schweren und anderen liturgischen Missbräuche. Insbesondere bei den nach der Instruktion Redemptionis sacramentum „schwerwiegenden Angelegenheiten“ (vgl. Nr. 173, häufig: Nr. 94 und 104), die „die Würde der heiligsten Eucharistie in Gefahr bringen“, sehe ich es grundsätzlich als meine Pflicht an, den Zelebranten zu gegebener Zeit in angemessener Form unter vier Augen auf den Verstoß hinzuweisen (vgl. Lev 19,17; Mt 18,15), was erhebliche Überwindung kostet und mir nicht immer gelingt. Bei den massenhaft auftretenden „anderen Missbräuchen“ beschränke ich mich im besten Fall darauf, meine nun einmal durch die Lektüre der AEM** angeeignete Sensibilität aufzuopfern und für die Verantwortlichen zu beten. Arianische*** Liturgien (bei ca. 30% der römisch-katholischen Priester) versuche ich zu meiden. Das sind solche, bei denen das Bekenntnis zur Gottheit Christi eliminiert wurde, wenn also sowohl das Nicäno-konstantinopolitanische Credo nicht gebetet wird, als auch die Gottheit Christi aus der Schlussformel der Oration gestrichen wurde.

* FE/FO: forma extraordinaria/forma ordinaria

** AEM: Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch

*** der Begriff Arianismus ist geläufig, theologisch korrekt wäre die Bezeichnung dynamischer Monarchianismus

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