{"id":494,"date":"2011-11-08T23:32:32","date_gmt":"2011-11-08T21:32:32","guid":{"rendered":"http:\/\/b-logos.de\/?p=494"},"modified":"2012-05-24T11:47:01","modified_gmt":"2012-05-24T09:47:01","slug":"zu-hw-alipius-%e2%80%9ewas-tun-%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/b-logos.de\/?p=494","title":{"rendered":"Zu Hw. Alipius: \u201eWas tun&#8230;?\u201c Die Zumutung der Unaufl\u00f6slichkeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Erst hat mich der <a title=\"Und wie ist das eigentlich mit zwei M\u00e4nnern oder zwei Frauen\" href=\"http:\/\/www.blogger.com\/comment.g?blogID=547933096808380760&amp;postID=4013211382048649284&amp;isPopup=true\">Kommentar von Ultramontanus<\/a> ja ge\u00e4rgert. Hat der doch einfach den <a title=\"Was tun...?\" href=\"http:\/\/blog.derherralipius.com\/2011\/11\/was-tun.html\">Text von Alipius<\/a> genommen und umgem\u00fcnzt auf die Situation von homoerotisch empfindenden Menschen. Und sich damit auf billige Weise darum gedr\u00fcckt, auf die Argumentation von Alipius einzugehen. <!--more-->Alipius hat sich aber auf diesen Kommentar eingelassen, sauber dagegen gesprochen und die einzige w\u00fcrdevolle und liebevolle L\u00f6sung pr\u00e4sentiert. Letztlich ganz einfach, wenn auch t\u00e4glich neu zu erringen.<br \/>\nAls ich aber entdeckte, dass diese Aussage sich wiederum problemlos \u00fcmm\u00fcnzen l\u00e4sst auf die Situation von sich Liebenden, von denen einer aus m\u00f6glicherweise tragischen Gr\u00fcnden anderweitig verheiratet ist, war ich baff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcrde sich dann so anh\u00f6ren:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn beide tats\u00e4chlich in lebenslangem Z<del>wangsz<\/del>\u00f6libat zu leben bereit sind und dies auch tun, sehe ich eigentlich das Problem nicht. Die Kirche spricht sich gegen sexuelle Praxis unter Unverheirateten aus, nicht gegen Leute, die unter einem Dach wohnen, keusch leben und sich gegenseitig helfen wollen, ein gottgef\u00e4lliges Leben zu f\u00fchren. Hier mu\u00df eigentlich keine L\u00f6sung gefunden werden, denn es gibt weder etwas zu segnen (da keine Ehe vorliegt (t\u00e4t sie auch nicht, wenn die beiden Sex h\u00e4tten&#8230;)) noch gibt es etwas zu verurteilen (da kein au\u00dferehelicher\/gleichgeschlechtlicher\/sonstwasiger Sex vorliegt).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kirche (in der Nachfolge des Herrn) mutet den Menschen in einer neuen Partnerschaft nach einer\u00a0\u201egescheiterten\u201c Ehe also nicht zu, auf die Hl. Kommunion zu verzichten. Sie mutet ihnen auch nicht zu, ihre innige, von gegenseitigem Respekt, von Zuneigung und von Beistand gepr\u00e4gte Beziehung aufzugeben. Sie mutet ihnen eine klitzekleine Kleinigkeit zu: auf den ehelichen Akt zu verzichten. Und das aus Respekt und Liebe zu der immer noch bestehenden Ehe des einen Partners oder beider Partner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Zumutung ist f\u00fcr die Welt allerdings eine Ungeheuerlichkeit. Und das nicht erst heute, wo sexuelle Bet\u00e4tigung quasi zum Menschenrecht und sexuelle Orientierung zum identit\u00e4tsstiftenden Merkmal stilisiert wird, und wo Eros und Agape unterschiedslos mit \u201eLiebe\u201c bezeichnet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Zumutung wurde nicht von der Kirche erfunden. Sie geht h\u00f6chstpers\u00f6nlich ohne exegetischen Zweifel auf Jesus von Nazareth, den Christus, zur\u00fcck. Sie ist integraler Bestandteil des ber\u00fchmtesten, weil weitestgehenden und praktisch unzumutbarsten moralischen Codex der Menschheit, der <a title=\"Mt 5, 31f.\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Matth%C3%A4us5\">Bergpredigt<\/a>. Und damit nicht genug. Als ob die Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe die anderen Maximalforderungen der Bergpredigt noch \u00fcbertr\u00e4fe, wird sie als einzige von den Anh\u00e4ngern Jesu in Frage gestellt. So, als ob die Forderung nach Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe dieselbe ad absurdum f\u00fchren w\u00fcrde:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sagten die J\u00fcnger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. Mt 19,10<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort des Herrn best\u00e4tigt nur noch die Ungeheuerlichkeit der Forderung:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht alle k\u00f6nnen dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Mt 19,11<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wurde dieses Herrenwort ja gew\u00f6hnlich so ausgelegt, als ob hier unmittelbar ein Lob des Z\u00f6libat ausgesprochen worden sei. Doch erstens hatten die J\u00fcnger nicht gesagt \u201e&#8230; gut, nicht zu heiraten.\u201c, sondern \u201e&#8230; nicht gut zu heiraten.\u201c Und zweitens ist mit dem<em> unfassbaren Wort<\/em> nicht die Erwiderung der J\u00fcnger, sondern die vorausgende Forderung nach Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe gemeint.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Mt\u00a0 19,6<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn aber die eheliche=sexuelle Verbindung an derma\u00dfen hohe Forderungen gekn\u00fcpft ist, hei\u00dft das im Umkehrschluss, dass sexuelle Enthaltsamkeit der Normalfall ist. Und als Trost und Vorbild stellt der Herr den J\u00fcngern drei Gruppen von Menschen vor Augen, denen die sexuelle Bet\u00e4tigung versagt ist:<\/p>\n<ul>\n<li>die angeborenerma\u00dfen in der Aus\u00fcbung der Sexualit\u00e4t Behinderten<\/li>\n<li>die aus sozialen Gr\u00fcnden in der Aus\u00fcbung der Sexualit\u00e4t Behinderten<\/li>\n<li>die in freiwilliger sexueller Enthaltsamkeit Lebenden<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p>Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unf\u00e4hig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht &#8211; um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es. Mt 19,12<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu diesem Normalfall des menschlichen Lebens &#8211; der sexuellen Enthaltsamkeit &#8211; sind eben auch jene Frau und jener Mann eingeladen, die aus mehr oder weniger tragischen Gr\u00fcnden eine Wohn- und Lebensgemeinschaft abseits ihres angetrauten Ehepartners f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine besondere Ermutigung in einer solchen Lebenssituationen sind Menschen, die die freiwillige Ehelosigkeit um des Himmelreiches auf sich genommen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Agape hat \u00fcbrigens mindestens so viel mit Distanz wie mit N\u00e4he zu tun.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Matth\u00e4usevangelium, Kapitel 19\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Matth%C3%A4us19\">Mt 19<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst hat mich der Kommentar von Ultramontanus ja ge\u00e4rgert. 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