{"id":528,"date":"2011-11-16T22:23:49","date_gmt":"2011-11-16T20:23:49","guid":{"rendered":"http:\/\/b-logos.de\/?p=528"},"modified":"2011-11-17T01:40:33","modified_gmt":"2011-11-16T23:40:33","slug":"die-zumutung-der-unaufloslichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/b-logos.de\/?p=528","title":{"rendered":"Die Zumutung der Unaufl\u00f6slichkeit II"},"content":{"rendered":"<p>Theodor von <a title=\"Gedanken aus dem Oberland\" href=\"http:\/\/summa-summarum.blogspot.com\/\">summa summarum<\/a> hat die <a title=\"Was tun...?\" href=\"http:\/\/blog.derherralipius.com\/2011\/11\/was-tun.html\">von Alipius angeregte Diskussion<\/a> \u00fcber den Umgang der Kirche mit der vom Herrn vorgegebenen Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe <a title=\"Wiederverheiratet geschieden - wie geht es weiter? \" href=\"http:\/\/summa-summarum.blogspot.com\/2011\/11\/wiederverheiratet-geschieden-wie-geht.html\">aufgegriffen<\/a>. Zun\u00e4chst beschreibt er das Problem der Simulation einer \u201eVolkskirche\u201c. Diesen Sachverhalt werde ich sp\u00e4ter in einem separaten Posting aufgreifen. Danach kommt er zum Kern des Themas und fragt: \u201eWelche M\u00f6glichkeit hat die Kirche, Menschen, die ernsthaft kirchlich leben wollen nachdem sie eine zweite Ehe eingegangen sind, zu helfen?\u201c und antwortet: \u201eAuf der Grundlage der kirchlichen Sakramentenlehre ist dies eigentlich nicht m\u00f6glich.\u201c<!--more--><\/p>\n<p>\u201eBarmherzigkeit gegen\u00fcber \u201awiederverheirateten\u2018 Geschiedenen\u201c<\/p>\n<p>Aus der Antwort schlie\u00dfe ich, dass Theodor mit \u201ehelfen\u201c nicht irgendeine Form der pastoralen Zuwendung, sondern eine kirchenrechtliche Normalisierung meint. Vor solchem kurzschl\u00fcssigen Sprachgebrauch, wie er auch in der Rede von der sogenannten \u201eBarmherzigkeit gegen\u00fcber \u201awiederverheirateten\u2018 Geschiedenen\u201c aufscheint, m\u00f6chte ich warnen. Es ist hier n\u00e4mlich nicht nur zu bem\u00e4ngeln, das die Kategorie der menschlichen Zuwendung mit der Kategorie moralischer oder kirchenrechtlicher Normen unzul\u00e4ssig verquickt wird, sondern erst recht, dass damit dem Argumentationsgegner eine \u201eunbarmherzige\u201c Haltung unterschoben wird. Genauso absurd w\u00e4re es, dem Staat Unbarmherzigkeit vorzuwerfen, wenn jemanden bei \u00dcbertreten staatlicher Gesetze die vorgesehenen Sanktionen treffen. Barmherzigkeit gegen\u00fcber sanktionierten Personen kann nur hei\u00dfen, dem Betreffenden zu helfen, die Last der Sanktionen zu tragen, den Betreffenden meinetwegen im Gef\u00e4ngnis zu besuchen, nicht aber, an sich sinnvolle Regeln abzuschaffen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlicher Ehebruch<\/p>\n<p>Sehr wichtig und hilfreich fand ich dann aber den Hinweis von Theodor, dass es mit einer \u201eJosefsehe\u201c deshalb nicht getan sein kann, weil \u201eeine zivile Wiederverheiratung ein \u00f6ffentlicher Akt der Ablehnung der kirchlichen Ehelehre ist\u201c. Wenn ein Paar also eine Zivilehe eingeht, anstatt nur unverheiratet ein ehe\u00e4hnliches Verh\u00e4ltnis zu haben, wird nach kirchlicher Lehre aus dem verborgenen Ehebruch ein \u00f6ffentlicher Ehebruch. F\u00fcr das \u00f6ffentliche Handeln der Kirche hei\u00dft dies aber, das zwar bei unverheiratet Zusammenlebenden aus Gr\u00fcnden der wohlwollendsten Annahme ein keusches Verhalten vorausgesetzt werden muss, im Falle einer Zivilehe dies aber nicht mehr m\u00f6glich ist, so dass an den vorgesehenen Sanktionen kein Weg vorbei geht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentliche Josefsehe<\/p>\n<p>Weiter unten f\u00fcgt Theodor hinzu, \u201edass der \u201aJosephsehe\u2018 von der Kirche eine \u00f6ffentliche Form gegeben werden m\u00fcsste, um die oben angesprochene \u00f6ffentliche Abkehr von der Kirche durch die zivile Wiederverheiratung aufzuheben.\u201c Diesen von Theodor bescheiden als Randbemerkung bezeichneten Vorschlag halte ich ich f\u00fcr au\u00dferordentlich wichtig. Ein solcher Akt der \u00f6ffentlichen Erkl\u00e4rung, unter Verzicht auf den ehelichen Akt miteinander leben zu wollen, w\u00e4re ein gro\u00dfartiges Zeugnis. Im Falle einer geschehenen Zivilheirat bei schon bestehender sakramentaler Ehe eines der Partner k\u00f6nnte ein Ausdruck der Relativierung dieser Zivilehe und eine Erkl\u00e4rung des Respektes vor dem weiterhin bestehenden sakramentalen Eheband hinzutreten.<\/p>\n<p>\u201eRealismus\u201c<\/p>\n<p>Leider verwirft Theodor diesen Ansatz aus Gr\u00fcnden des \u201eRealismus\u201c. Er geht davon aus, dass ein Verzicht auf ehelichen Verkehr zwischen zwei Menschen, die von gro\u00dfer romantischer Zuneigung ergriffen sind, nicht lebbar sei. Dem ist entgegenzuhalten, dass genau ein solches Verhalten schon immer von Verlobten gefordert wurde. Und es wurde schon immer als normal und nicht als \u201eSonderfall besonderer Heiligkeit\u201c angesehen. Wenn dann die katholische Pastoral ins Feld gef\u00fchrt wird, wird der im vorletzten Absatz von mir kritisierte Kategorienfehler erneut begangen, n\u00e4mlich moralische Normen nach vermeintlichen pastoralen Bed\u00fcrfnissen auszurichten. Es ist auch nicht richtig, \u201edass die Kirche gelernt hat, die Sexualit\u00e4t in der Ehe nicht nur als pflichtgem\u00e4sse Regelung der zur Unordnung neigenden Triebhaftigkeit zu sehen, sondern als echten Wert.\u201c Wenn ich mich richtig erinnere, ist \u201edie Sexualit\u00e4t in der Ehe &#8230; als pflichtgem\u00e4sse Regelung der zur Unordnung neigenden Triebhaftigkeit\u201c das protestantische Konzept der Ehe als \u201eweltlich Ding\u201c. Da ist Einiges durcheinandergeraten. Wenn wir \u201epflichtgem\u00e4sse Regelung der &#8230; Triebhaftigkeit\u201c durch \u201eNotwendigkeit zur Erzeugung von Nachkommenschaft\u201c und \u201eSexualit\u00e4t in der Ehe\u201c durch \u201eBefriedigung durch Sexualit\u00e4t\u201c ersetzen, kommen wir der Sache n\u00e4her.<\/p>\n<p>Wer es fassen kann, der fasse es<\/p>\n<p>Dass <del>katholische Moral<\/del> die Moral des Herrn Jesus Christus eine \u201eunrealistische\u201c Zumutung ist, habe ich <a title=\"Zu Hw. Alipius: \u201eWas tun\u2026?\u201c Die Zumutung der Unaufl\u00f6slichkeit\" href=\"https:\/\/b-logos.de\/?p=494\">vor 8 Tagen<\/a> betont. Der Herr entl\u00e4sst uns nicht aus der Spannung zwischen der <a title=\"Mt 5,48\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Matth%C3%A4us5\">Berufung zur Vollkommenheit<\/a> und unserer <a title=\"Alle haben ges\u00fcndigt\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/search\/EU\/Alle%20haben%20ges%C3%BCndigt\/1\">s\u00fcndhaften Schw\u00e4che<\/a>. Katholische Pastoral wei\u00df um beides.<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Situation einer \u201eSimulation von \u201aVolkskirche\u2018\u201c (gro\u00dfartiger Ausdruck!), in der oftmals beides verschwiegen wird, ist dann nochmal einen eigenen Artikel wert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theodor von summa summarum hat die von Alipius angeregte Diskussion \u00fcber den Umgang der Kirche mit der vom Herrn vorgegebenen Unaufl\u00f6slichkeit der Ehe aufgegriffen. 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