{"id":765,"date":"2012-05-31T12:16:48","date_gmt":"2012-05-31T10:16:48","guid":{"rendered":"http:\/\/b-logos.de\/?p=765"},"modified":"2012-05-31T12:25:59","modified_gmt":"2012-05-31T10:25:59","slug":"vatileaks-iv-interview-mit-erzbischof-angelo-becciu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/b-logos.de\/?p=765","title":{"rendered":"Vatileaks IV &#8211; Interview mit Erzbischof Angelo Becciu"},"content":{"rendered":"<p>Gestern erschien im Osservatore romano ein aufschlussreiches Interview mit dem Substituten des Staatssekretariates (so etwas wie der Innenminister des Vatikan), Erzbischof Angelo Becciu. Seine Aussagen entsprechen in ihrem Duktus <a title=\"Papst \u00e4u\u00dfert sich zur Vatileaks-Aff\u00e4re\" href=\"http:\/\/www.radiovaticana.org\/ted\/Articolo.asp?c=592214\">denen des Hl. Vaters<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Erzbischof Becciu w\u00e4hlt in diesem Zusammenhang vorsichtig die Worte, um \u00bbden positiven Ausgang\u00ab der Untersuchungen hervorzuheben, wenngleich es ein bitterer Ausgang ist. Zwar seien die Reaktionen in aller Welt einerseits gerechtfertigt, andererseits jedoch \u00bbherrscht Sorge und Trauer \u00fcber die Art der Berichterstattung. Sie entfesselt Phantasien, die der Wirklichkeit in keiner Weise entsprechen\u00ab.<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more-->Was empfindet der Papst gegen\u00fcber Paolo Gabriele?<\/p>\n<blockquote><p>Nat\u00fcrlich hat der Papst vor allem Mitleid mit der betreffenden Person.<\/p><\/blockquote>\n<p>Besonders schwerwiegend ist aber f\u00fcr den Papst, dass das Vertrauen derer, die sich schriftlich an ihn gewendet haben, verletzt wurde.<\/p>\n<blockquote><p>Daher ist der Papst besonders schmerzlich ber\u00fchrt, auch wegen der Gewalt, die den Schreibern der Briefe oder der an ihn gerichteten Schriftst\u00fccke angetan wurde.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wegen des besonderen Amtes des Papstes grenzt die Ver\u00f6ffentlichung der an ihn gerichteten Korrespondenz in ihrer Schwere an die Verletzung des Beichtgeheimnisses:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn ein Katholik mit dem Papst in Rom spricht, dann hat er die Pflicht, sich so zu \u00f6ffnen als st\u00fcnde er Gott gegen\u00fcber, auch weil er sich durch absolute Diskretion gesch\u00fctzt f\u00fchlt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zu den Rechtfertigungsversuchen der Ver\u00f6ffentlichung durch Gianluigi Nuzzi im Namen der Transparenz sagt der Erzbischof:<\/p>\n<blockquote><p>Es kann keine Erneuerung geben unter Mi\u00dfachtung des sittlichen Gesetzes, wom\u00f6glich aufgrund des Prinzips, da\u00df der Zweck die Mittel heiligt. Das ist jedoch kein christliches Prinzip.<\/p><\/blockquote>\n<p>Gewandt an die Journalisten:<\/p>\n<blockquote><p>Sie sollten den Mut haben, sich von der Initiative eines Kollegen, die ich rundheraus als kriminell bezeichnen m\u00f6chte, deutlich zu distanzieren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich meine, das ist eine klare Ansage gegen\u00fcber \u00c4u\u00dferungen wie der von Ludwig Ring-Eifel, die ich in meinem <a title=\"Vatileaks II \u2013 interessante Hintergrundberichte\" href=\"https:\/\/b-logos.de\/?p=735\">Artikel von gestern<\/a> kritisierte. Zum vermeintlichen Wert von Transparenz am falschen Platz hat sich gestern \u00fcbrigens auch <a title=\"Transparenzgesellschaft\" href=\"http:\/\/jobo72.wordpress.com\/2012\/05\/30\/transparenzgesellschaft\/\">Josef Bordat ge\u00e4u\u00dfert<\/a>.<\/p>\n<p>Desweiteren widerlegt nach Ansicht des Erzbischofs das Buch von Nuzzi gerade das Bild, das von vielen Medien von der Kirche gezeichnet wird, und erl\u00e4utert auch den christlichen Gehorsamsbegriff.<\/p>\n<blockquote><p>Viele der ver\u00f6ffentlichten Dokumente offenbaren nicht Kampf oder Rache, sondern jene Gedankenfreiheit, von der man andererseits der Kirche vorwirft, sie w\u00fcrde sie nicht zulassen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sein pers\u00f6nliches Zeugnis gegen die M\u00e4r vom Vatikan als einem intriganten Haufen:<\/p>\n<blockquote><p>In diesem Umfeld nehme ich das nicht wahr, und es tut mir leid, da\u00df man vom Vatikan ein so verzerrtes Bild hat. Aber das sollte uns zum Nachdenken bringen und uns alle anspornen, uns bis zum \u00c4u\u00dfersten zu bem\u00fchen, ein st\u00e4rker vom Evangelium gepr\u00e4gtes Leben durchscheinen zu lassen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Er endet mit einem Bild, das der Hl. Vater vor kurzem verwendet hat:<\/p>\n<blockquote><p>Der Wind f\u00e4hrt auf das Haus nieder, aber es st\u00fcrzt nicht ein. Der Herr st\u00fctzt es, und es wird keine St\u00fcrme geben, die es zum Einsturz bringen k\u00f6nnen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a title=\"Die gestohlenen Dokumente des Papstes\" href=\"http:\/\/www.osservatoreromano.va\/portal\/dt?JSPTabContainer.setSelected=JSPTabContainer%2FDetail&amp;last=false=&amp;path=\/news\/interviste\/2012\/124q12-A-colloquio-con-il-sostituto-della-Segreter.html&amp;title=Die%20gestohlenen%20Dokumente%20des%20Papstes&amp;locale=de\">Osservatore Romano<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern erschien im Osservatore romano ein aufschlussreiches Interview mit dem Substituten des Staatssekretariates (so etwas wie der Innenminister des Vatikan), Erzbischof Angelo Becciu. Seine Aussagen entsprechen in ihrem Duktus denen des Hl. 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