Sterbende Kirche in den deutschsprachigen Ländern

Zum Beitrag Ich habe Mühe mit der Kirche! von Stefan Fleischer auf kath.net habe ich folgenden Kommentar abgegeben:

Wo auch immer man einen regulären (Nicht-Event) Gottesdienst besucht, begegnet einem die letzte Generation von Kirchenbesuchern. Noch 15 bis 20 Jahre, dann wird es in 90% der Kirchen heißen: der Letzte macht das Licht aus. Die Weitergabe des Glaubens an Jesus Christus an die nächste Generation findet nicht mehr statt. Gemeint ist ein Glaube, der als Kern des persönlichen Lebens verstanden wird. Die Dramatik der Situation wird in der Hierarchie verkannt. Denn gleichzeitig wird der Komplex von „fernstehenden“, aber reichlich vorhandenen Kirchensteuerzahlern und Lebenswenderitualkonsumenten, Berufsbildern einer Angebots- und Bedürfnispastoral und politisch opportuner Wohlfahrtsdienstleistung noch Jahrzehnte weiterbestehen. So können – vom Glaubensverfall unberührt – eine Fassade von „Kirche“ und die zugehörigen Pfründe aufrechterhalten werden.
Als Papst Benedikt im Olympiastadion Berlin war, wurde Joh 15,5f. verkündet. Es ist unübersehbar, in welche Kategorie die deutsche Kirche gehört.

An dieser Stelle möchte ich noch folgende Anmerkungen anfügen:

– Natürlich gibt es Bistümer im deutschen Sprachraum, in denen der Glaubensverfall weniger weit fortgeschritten ist. Dafür woanders umso mehr. Die kirchliche Statistik mit einer bagatellisierenden Wertung des Rückgangs der Gottesdienstbesucherzahlen findet man hier.

– „Fernstehende“: immer wieder ist zu hören, man müsse sich mehr um die „Fernstehenden“ kümmern. Eine Definition des Begriffes habe ich noch nicht gefunden. Wahrscheinlich sind am ehesten die gemeint,  die nicht die Sonntagsmesse besuchen.

– politisch opportune Wohlfahrtsdienstleistung: ein Beispiel stellen die katholischen Krankenhäuser dar. Die NRW-Gesundheitsministerin bedrohte Anfang dieses Jahres deren Existenz in NRW und konnte kurz darauf den unwidersprochenen Eindruck erzeugen, sie habe bei Kardinal Meisner ein Zugeständnis in der katholischen Morallehre, nämlich die bedingungslose Freigabe der Pille-danach, erreicht. Umfangreiche Kommentierung auf diesem Blog siehe weiter unten.

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