Wie gefährlich das Zika-Virus wirklich ist

Das Nachrichtenportal Katholisches.info brachte vor 3 Tagen die Meldung, dass von 34 mit Zika-Virus infizierten schwangeren Frauen alle fünf, die inzwischen entbunden haben, gesunde Kinder zur Welt brachten. Dass diese Tatsache einer Meldung wert ist, bringt das freudige Erstaunen zum Ausdruck, dass das Zika-Virus offensichtlich doch nicht so gefährlich ist, wie angenommen. Gleichzeitig erhärtet sich der Verdacht, dass mit dem Zika-Virus Abtreibungs-Propaganda gemacht wird. Ich habe zu der Meldung folgenden Kommentar hinterlassen:

Es ist normal, dass mit Zika-Virus infizierte Schwangere gesunde Kinder zur Welt bringen. Das ist Stand der Wissenschaft, wird aber in den meisten Veröffentlichungen zum Thema verschwiegen, selbst auf der Info-Seite des Robert-Koch-Instituts.
Der Stand der Wissenschaft zum Risiko, als Infizierte Schwangere ein Kind mit Mikrozephalie zur Welt zu bringen, beruht auf einer einzigen Studie zum Thema:http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(16)00651-6/abstract
Das Ergebnis dieser Studie lautet, dass das Risiko einer mit Zika-Virus im ersten Drittel der Schwangerschaft infizierten Frau, ein Kind mit Mikrozephalie zu bekommen, ungefähr bei 1 zu 100 liegt (genau: 95 zu 10.000, mit Vertrauensintervall zwischen 34/10.000 und 191/10.000). Selbst wenn man das Töten von Kindern im Mutterleib zur Vermeidung von Behinderung gerechtfertigt ansähe und wollte man also Abtreibung als Mittel zur Bekämpfung von Zika-Mikrozephalie einsetzen, müsste man 99 gesunde Kinder im Mutterleib töten, um 1 Mikrozephalie-Fall zu verhindern. Sorry für diese Horror-Rechnung, aber sie verdeutlicht, wie weit die Zika-Abtreibungs-Lobby zu gehen bereit ist.

 

Inzwischen habe ich eine weitere Studie entdeckt, bei der ein höheres Risiko für Mikrozephalie beschrieben wurde, allerdings bei einer stärker eingegrenzten Untersuchungsgruppe. In dieser hatten von 42 Frauen,

  1. die einen Hautausschlag und
  2. einen Virusnachweis in Blut und Urin und
  3. bei denen eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt wurde

12 auffällige Ultraschallbefunde jeglicher Art. Inzwischen haben von diesen 12 Frauen 4 lebend entbunden, während bei 2 Frauen ein intrauteriner Fruchttod festgestellt wurde. Unter den 4 Lebendgeburten fanden sich 1 Kind mit Mikrozephalie, 2 mit Wachstumsstörung und 1 dann doch unauffälliges Kind.

Sollten die anderen 6 sonografisch auffälligen Schwangerschaften ebenso enden, auch wenn eine Hochrechnung mit so geringen Zahlen eigentlich nicht zulässig ist, ist zu erwarten, dass ein weiterer Mikrozephaliefall auftritt. Es ergibt sich dann aus beiden Studien vorläufig folgendes Bild:

Das Risiko, ein Kind mit Mikrozephalie zur Welt zu bringen, beträgt

  • für die Gesamtheit aller Schwangeren im Gebiet der Epidemie bei einer angenommenen Durchseuchungsrate von 2/3: 0,64%
  • für die Gesamtheit aller Schwangeren, die sich infizieren, einschließlich derer, die keine Krankheitszeichen entwickeln: 0,95%
  • für jene Schwangeren, die einen Hautausschlag entwickeln: 4% ((2/42)*(72/88))
  • für jene, die dann positiv mittels PCR getestet werden: 5% (2/42)
  • für jene, die dann einen auffälligen Ultraschall haben: 17% (2/12)

Dazu kommt das Risiko einer weniger ausgeprägten Behinderung in gleicher Höhe sowie das Risiko eines intrauterinen Fruchttodes in doppelter Höhe.

Diese Darstellung soll keineswegs die Gefährlichkeit des Zika-Virus verharmlosen. Es ist unbedingt nötig, alles zu tun, um die Verbreitung des Virus einzuschränken. Allerdings ist es auch unbedingt nötig, etwas gegen jene herrschende und auch durch fehlende Information verursachte Hysterie zu unternehmen, welche durch den Irrglauben bedingt ist, jede Zika-Virus-Infektion einer Schwangeren führe zu einer Mikrozephalie des Fötus. Dass Unkenntnis und Irrglauben jenen zustatten kommt, die in den betroffenen Ländern Abtreibung propagieren wollen, ist nachvollziehbar.

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