P-I-Raten-Partei – zum Weinen und zum Lachen

P für Polygamie:

  • Die Piraten setzen sich ein für die vollständige rechtliche Gleichstellung von Ehe und eingetragener Partnerschaft.
  • Die eingetragene Partnerschaft ist für alle Formen der Partnerschaft zu öffnen; Konzepte der Erweiterung der eingetragenen Lebenspartnerschaft zu einer eingetragenen Lebensgemeinschaft auch von mehr als zwei Personen müssen erarbeitet und verwirklicht werden.
  • Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist – angelehnt an das französische PACS-Modell – als ziviler Solidarpakt zu gestalten. Dieser zivile Pakt soll eine flexiblere Übertragung von Rechten ermöglichen und vereinfachte und kostengünstigere Auflösungsverfahren sowie die Verlagerung des Vertragsschlusses von der staatlichen auf eine notarielle Ebene erlauben.

Aus dem Parteiprogramm der Piratenpartei Deutschland, Hervorhebung von mir

I für Inzest:

Die Piraten setzen sich für eine Abschaffung des §173 STGB ein.

Aus einem Positionspapier der Piratenpartei Deutschlands. Übrigens in treuer Fortsetzung der FDP-Politik.

RATEN über die Ziele:

Die Piratenpartei ist nicht mit dem Vorsatz angetreten, wie die etablierten Volksparteien ein Vollprogramm zu bieten.

Die Wikipedia-Erläuterung der Selbstbezeichnung „weiche Themenpartei“ aus dem Protokoll der Gründungsversammlung

Amüsieren kann man sich auch. Dank vollkommener Transparenz im Parteitagsprotokoll wird nachvollziehbar, wie die Partei darum kämpft, sich entsprechend ihrer Ziele konsequent durchzugendern, und wie sie über Groß- und Kleinschreibung abstimmt. Zur Vorgeschichte muss man die Satzungsänderungsanträge 20 und 36 kennen:

SAÄ020: „In Abschnitt A: § 1 Absatz 5 der Bundessatzung wird der Text „geschlechtsneutral“ durch „im Folgenden“ ersetzt, so dass der neue Absatz wie folgt lautet: „(5) Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden im Folgenden als Piraten bezeichnet.“

SÄA036: „§1 (5) soll in Zukunft wie folgt lauten „Die Mitglieder der Piratenpartei Deutschland werden im folgenden Piraten genannt.““

Laut Protokoll wurde dazu folgendermaßen diskutiert:

Anmerkung: Leider hat die Formulierung wie sie jetzt da drin steht, dass es in der Vergangenheit gegeben hat, die anderen das Recht abgesprochen haben, sich „Piratin“ zu nennen. Jeder sollte das Recht haben – ob männlich oder weiblich – das Recht haben, sich „Piratin“ zu nennen. Jeder sollte aber auch das Recht haben, „Pirat“ zu einem anderen zu sagen, egal ob männlich oder weiblich.

Es lohnt sich, die ganze Diskussion zu lesen. Wenn es heißt …

Versammlungsleiter: Ich übergebe für eine Verkündung…

B80

Wahlleiter: Ich muss mir Schuhe anziehen – ja deswegen riecht es so streng – wir haben es nicht geschafft zu wählen.

wird nur für eine Wahl unterbrochen. Später geht es weiter mit der Diskussion über die SÄAe 20 und 36:

Anmerkung: Das ist eine knackigere Version var Par 1. Abs 5, wo klargestellt wird dass der Begriff „Pirat“ auf die Satzung bezogen ist. ??? um nicht ein drittes Geschlecht oder was auch immer ??? es geht hier nur um die Satzung. …

Anmerkung: Eigentlich ist das kein Konkurrenzantrag. Der ist inhaltlich identisch mit 020, nur ein Rechtschreibfehler. Und „genannt“ ist nicht so präzise wie „als Piraten bezeichnet“. Die Anträge sind inhaltlich gleich.

Anmerkung: Vorweg: Ich nenne mich Pirat. Ich habe unsere Geschlechter und Familienpolitik mit geschrieben. Aber. mir ist es schon passiert, dass ich dabei war, wie Frauen die sich „Piratin“ nennen wollten, korrigiert wurden. Wir sind eine pluralistische ??? Pirat, Piratin, transsexuelles Eichhörnchen … unsere offizielle Sprachregelung kann „Pirat“ sein, aber wir sollten Mißverständnisse vermeiden, deshalb für den Antrag.

Und das Ende vom Lied? Beide Anträge wurden abgelehnt. Es bleibt also dabei. Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden als geschlechtsneutrale Piraten geschlechtsneutral als Piraten bezeichnet.

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