Zu „Abriss“ vom Herrn Alipius

Mein Kommentar zu dem Artikel Abriss auf totaliter-aliter und kath.net:

Pardon, ohne defätistisch sein zu wollen – kann man diesen Artikel auch überschreiben mit „Angekommen im real existierenden Katholizismus“?
Ich beneide keinen Priester, der nicht bereit ist, zum Animateur oder Sozialarbeiter zu mutieren und dennoch gezwungen ist, „Pastoral“pläne umzusetzen, die immer noch einer verflossenen Volkskirchenherrlichkeit nachhängen. Die Steigerung einer solchen Pastoral lautet ja niederschwellig-unterschwellig-unterirdisch. Rod Dreher hat ganz Recht mit der Aussage, dass wir als Christen uns im Westen von der Vorstellung verabschieden müssen, es gebe für die Kirche in unserer hedonistischen Gesellschaft für die nächsten Jahrzehnte oder Jahrhunderte mehr als eine marginale Bedeutung. Es ist bitter, aber ich sehe hier derzeit keine Masse, die dürstet, und schon gar keine, die „abgeholt“ werden will.

Der wahre Grund der Ostung von Kirchen

Hat man euch auch erzählt, der Grund dafür, dass Kirchenneubauten traditionell nach Osten ausgerichtet wurden, sei, dass die aufgehende Sonne ein Symbol für Christus sei?

Natürlich kann man die aufgehende Sonne als ein solches Symbol begreifen. Der wahre Grund liegt aber tiefer. „Der wahre Grund der Ostung von Kirchen“ weiterlesen

Die Neuerung von Placuit Deo – Manifest des Relationismus? Hymne auf die „Beziehung“?

Beim ersten Lesen des neu erschienenen Dokuments war mir zunächst nicht klar, was das Schreiben der Glaubenskongregation überhaupt bezweckt neben einem Abriss der christlichen Heilslehre in Abgrenzung zu von Papst Franziskus mehrfach zitierten für die Gegenwart unscharf bleibenden ideologischen Feindbildern des Neo-Pelagianismus und Gnostizismus. „Die Neuerung von Placuit Deo – Manifest des Relationismus? Hymne auf die „Beziehung“?“ weiterlesen

Ganz einfach: Und führe uns nicht in Versuchung…

Es ist ganz einfach: man muss lediglich sauber unterscheiden zwischen 1. jemanden in Versuchung führen und 2. jemanden versuchen. Die Ausdrücke klingen zwar ähnlich, beschreiben aber zwei grundverschiedene Sachverhalte. Der Bibeltext unterscheidet (vergleiche die im folgenden zitierten Stellen in der Interlinearübersetzung NT) zwischen den beiden Ausdrucksformen; etliche Übersetzungen (einschließlich Einheitsübersetzung), Exegeten, Bischöfe und Papst (siehe Links beim Kreuzknappen, welcher letztlich auch diesen Artikel bei mir induziert hat) tun das leider nicht; am besten sind in dieser Hinsicht noch Elberfelder und Menge-, auch Luther-Bibel. „Ganz einfach: Und führe uns nicht in Versuchung…“ weiterlesen

Das gegenwärtige kirchengeschichtliche Drama

Kommentar zum Artikel Der überforderte Papst:

Das gegenwärtige kirchengeschichtliche Drama ist kaum zu verstehen; es scheint mir ein Mysterium, vergleichbar dem freiwilligen Gang des Herrn nach Jerusalem, den seine Jünger auch nicht verstanden. Vielleicht liegt das Verständnis verborgen in jenem geheimnisvollen Schritt Benedikts, das Amt (ministerium) des Bischofs von Rom aufzugeben und den Bischofssitz (sedes) von Rom (auch genannt sedes Sancti Petri, also Stuhl des Hl. Petrus) zu verlassen, ohne dem Petrusamt (munus Petrinum) abzusagen. „Das gegenwärtige kirchengeschichtliche Drama“ weiterlesen

Des neuen Bischofs Worte

Die abgebildete Wortwolke wurde zusammengestellt aus den wörtlichen Zitaten, welche die Pressestelle des Bistums Mainz unter der Überschrift Positionen von Professor Dr. Peter Kohlgraf aus bisherigen Publikationen veröffentlicht hat. Es mag dahingestellt bleiben, ob die Auswahl eher das Denken des ernannten Bischofs oder die Präferenzen der Pressestelle widerspiegelt. Ich gehe davon aus, dass die Auswahl zumindest autorisiert ist. Ich habe die zugrundeliegende Wortliste geringfügig bearbeitet. So habe ich verschiedene Formen des gleichen Wortes zusammengefasst und Hilfsverben gestrichen. Der größte Eingriff war, 9 mal Wirklichkeit und 3 mal Realität zu 12 mal Wirklichkeit zusammenzufassen.

Die Wortwolke bestätigt, was mir schon zuvor an Texten von Herrn Prof. Kohlgraf aufgefallen war: die häufige Verwendung des Begriffes „Wirklichkeit“. Man darf gespannt sein, wie der ernannte Bischof diesen für ihn offenbar zentralen Begriff definieren wird und wie dies seine erwartungsgemäß lange Amtszeit von 30 Jahren prägen wird.

 

 

Die Wortwolke wurde mit diesem Hilfsmittel erstellt.

AL: bitte Argumente zur Sache, keine Unterstellung einer Absicht

Mein (leicht redigierter) Kommentar zum kath.net-Artikel Schweigen des Papstes zu den ‚dubia’ der vier Kardinäle ist verwirrend:

Leider habe ich bei keinem Kritiker der Dubia je ein Argument zur Sache gelesen, dafür umso mehr Angriffe gegen die angeblichen Absichten der Urheber und Unterstützer der Dubia. Dabei wird ein logischer Argumentationsfehler begangen, den C. S. Lewis „Bulverism“ genannt hat. … „AL: bitte Argumente zur Sache, keine Unterstellung einer Absicht“ weiterlesen

Chaos in der deutschen Kirche . . . (Teil 1)

. . . im Gefolge der neuen pastoralen Leitlinien titelte Maike Hickson am 3. Februar in dem US-amerikanischen Online-Magazin Onepeterfive. Die deutschstämmige Autorin hat von jenseits des großen Teiches eine offensichtlich umfassende Perspektive auf das deutsch-katholische Geschehen, welches sie für die englischsprachige Welt referiert. Hier ist eine Übersetzung von Auszügen:

Nur zwei Tage nach der offiziellen Veröffentlichung der neuen pastoralen Leitlinien für die Ehe scheint es in Deutschland eine Zunahme der Unordnung zu geben. Widersprüchliche, verwirrende und alarmierte Stimmen sind jetzt aus allen Ecken des Landes zu hören. Vor allem aber ist das Dokument selbst schädlicher, als es auf den ersten Blick der Fall zu sein schien.

„Chaos in der deutschen Kirche . . . (Teil 1)“ weiterlesen

Stille Post mit den Äußerungen von Kardinal Brandmüller

Mein Kommentar und Ergänzungen zu Kein Ultimatum gegenüber Franziskus auf kath.net:

Im Original liest sich das schon wieder ganz anders. Besser, als wenn kath.net Radio Vatikan zitiert, Radio Vatikan Vatican Insider und Andrea Tornielli auf Vatican Insider wiederum die Zitate von Kardinal Brandmüller mit eigenen Deutungen schmückt. Dieser wiederum äußert Vermutungen darüber, wovon Kardinal Burke seiner Meinung nach überzeugt ist.
Kann sich jemand erinnern, wie er als Kind „Stille Post“ gespielt hat? „Stille Post mit den Äußerungen von Kardinal Brandmüller“ weiterlesen