Der wahre Grund der Ostung von Kirchen

Hat man euch auch erzählt, der Grund dafür, dass Kirchenneubauten traditionell nach Osten ausgerichtet wurden, sei, dass die aufgehende Sonne ein Symbol für Christus sei?

Natürlich kann man die aufgehende Sonne als ein solches Symbol begreifen. Der wahre Grund liegt aber tiefer.

Der Herr hat zum Ort seiner Himmelfahrt den Ölberg (korrekt: Olivenberg) erwählt, der unmittelbar im Osten des damaligen Jerusalem liegt. Den Jüngern war gesagt worden, der Herr werde „ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen„. Vgl. Apg 1,11f.. Man kann sich gut vorstellen, dass die Jünger, während sie nach Jerusalem zurückkehrten, immer wieder den Blick zurück auf den Ölberg wendeten, wo ihr geliebter Herr von ihnen gegangen waren, so wie sie zuvor unverwandt zum Himmel empor geblickt hatten. Sie kehrten zurück in das damalige Essenerviertel, den heutigen Zionsberg, wo der Überlieferung nach das Obergemach, der Abendmahlssaal lag, und von wo man eine gute Sicht auf den Ölberg haben kann.

In welcher Richtung wird sich die erste betende Gemeinde ausgerichtet haben, in der Hoffnung auf den wiederkommenden Herrn und in Kenntnis von Ezechiel 43,2?

Weitere Quizfragen:

In welche Himmelsrichtung war der Tempel von Jerusalem ausgerichtet?

Auf welcher Seite des Tempels stand der Altar?

Auf welcher Seite des Tempelberges befindet sich das vermauerte Goldene Tor, durch das nach jüdischer Überlieferung einst der Messias einziehen wird.

Auf welcher Seite Jerusalems befindet sich der größte jüdische Friedhof der Welt, in der Erwartung, bei der Ankunft des Messias und der Auferstehung der Toten unmittelbar vor Ort zu sein?

Sich beim Gebet nach Osten auszurichten, ist demnach seit der Zeit der Urgemeinde für Christen eine Geste, welche bedeutet, sich dem wiederkommenden Herrn zuzuwenden.

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