Zu „Abriss“ vom Herrn Alipius

Mein Kommentar zu dem Artikel Abriss auf totaliter-aliter und kath.net:

Pardon, ohne defätistisch sein zu wollen – kann man diesen Artikel auch überschreiben mit „Angekommen im real existierenden Katholizismus“?
Ich beneide keinen Priester, der nicht bereit ist, zum Animateur oder Sozialarbeiter zu mutieren und dennoch gezwungen ist, „Pastoral“pläne umzusetzen, die immer noch einer verflossenen Volkskirchenherrlichkeit nachhängen. Die Steigerung einer solchen Pastoral lautet ja niederschwellig-unterschwellig-unterirdisch. Rod Dreher hat ganz Recht mit der Aussage, dass wir als Christen uns im Westen von der Vorstellung verabschieden müssen, es gebe für die Kirche in unserer hedonistischen Gesellschaft für die nächsten Jahrzehnte oder Jahrhunderte mehr als eine marginale Bedeutung. Es ist bitter, aber ich sehe hier derzeit keine Masse, die dürstet, und schon gar keine, die „abgeholt“ werden will.

Was ist das rechte Himmelfahrtsgefühl?

Wehmut? Trauer? Verlassenheitsgefühl? Weit gefehlt!

Große Freude ist das Gefühl der Jünger nach der Himmelfahrt des Herrn gemäß der Schrift. „Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück.“ Lk 24,52

Der Osterjubel ist eigentlich ein Himmelfahrtsjubel. „Was ist das rechte Himmelfahrtsgefühl?“ weiterlesen

Der wahre Grund der Ostung von Kirchen

Hat man euch auch erzählt, der Grund dafür, dass Kirchenneubauten traditionell nach Osten ausgerichtet wurden, sei, dass die aufgehende Sonne ein Symbol für Christus sei?

Natürlich kann man die aufgehende Sonne als ein solches Symbol begreifen. Der wahre Grund liegt aber tiefer. „Der wahre Grund der Ostung von Kirchen“ weiterlesen

Was kommt nach der Volkskirche?

  1. Mein Kommentar zum gleichnamigen Artikel von KingBear auf Huhn meets Ei:

Leider verlaufen das Absterben der katholischen Kirchensteuerkirche und der katholischen Gottesdienstgemeinde nicht synchron, geschweige denn, dass noch Gläubige übrig sind, wenn das Kirchensteuersystem an sein Ende kommt.

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Die Neuerung von Placuit Deo – Manifest des Relationismus? Hymne auf die „Beziehung“?

Beim ersten Lesen des neu erschienenen Dokuments war mir zunächst nicht klar, was das Schreiben der Glaubenskongregation überhaupt bezweckt neben einem Abriss der christlichen Heilslehre in Abgrenzung zu von Papst Franziskus mehrfach zitierten für die Gegenwart unscharf bleibenden ideologischen Feindbildern des Neo-Pelagianismus und Gnostizismus. „Die Neuerung von Placuit Deo – Manifest des Relationismus? Hymne auf die „Beziehung“?“ weiterlesen

Stille Post mit der Vater-Unser-Bitte: Irrtum gebiert Irrtum

Die neue Bibelübersetzung der italienischen Bischofskonferenz von 2008 lieferte bereits eine Version der Vater-Unser-Bitte „führe uns nicht in Versuchung“, mit welcher aus einem falschen Verständnis dieser Bitte versucht wird, das vermeintliche irreführende Gottesbild glatt zu bügeln, mit dem Ergebnis, dass das Gegenteil erreicht wird. Es heißt im italienischen Original der neuen bischöflichen Bibelübersetzung von 2008 nämlich

„non abbandonarci alla tentazione“ (=überlasse uns nicht der Versuchung).

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Ganz einfach: Und führe uns nicht in Versuchung…

Es ist ganz einfach: man muss lediglich sauber unterscheiden zwischen 1. jemanden in Versuchung führen und 2. jemanden versuchen. Die Ausdrücke klingen zwar ähnlich, beschreiben aber zwei grundverschiedene Sachverhalte. Der Bibeltext unterscheidet (vergleiche die im folgenden zitierten Stellen in der Interlinearübersetzung NT) zwischen den beiden Ausdrucksformen; etliche Übersetzungen (einschließlich Einheitsübersetzung), Exegeten, Bischöfe und Papst (siehe Links beim Kreuzknappen, welcher letztlich auch diesen Artikel bei mir induziert hat) tun das leider nicht; am besten sind in dieser Hinsicht noch Elberfelder und Menge-, auch Luther-Bibel. „Ganz einfach: Und führe uns nicht in Versuchung…“ weiterlesen

Die genetische Atombombe: Deutscher Ethikrat mahnt dringend zu globaler Diskussion von Keimbahneingriffen

Keimbahneingriffe sind Manipulationen am Erbgut von Embryonen, welche auch an deren Nachkommen weitervererbt werden. Solche künstlichen Erbgutveränderungen werden also weiterverbreitet und bleiben möglicherweise dauerhaft im Erbgut der Menschheit erhalten. Da in den letzten Monaten „rasante“ Fortschritte in der entsprechenden genetischen Technik gemacht wurden, drängt der Deutsche Ethikrat nun auf eine rasche globale Regulierung durch ethische Richtlinien Diskussion ethischer Implikationen. „Die genetische Atombombe: Deutscher Ethikrat mahnt dringend zu globaler Diskussion von Keimbahneingriffen“ weiterlesen

Das gegenwärtige kirchengeschichtliche Drama

Kommentar zum Artikel Der überforderte Papst:

Das gegenwärtige kirchengeschichtliche Drama ist kaum zu verstehen; es scheint mir ein Mysterium, vergleichbar dem freiwilligen Gang des Herrn nach Jerusalem, den seine Jünger auch nicht verstanden. Vielleicht liegt das Verständnis verborgen in jenem geheimnisvollen Schritt Benedikts, das Amt (ministerium) des Bischofs von Rom aufzugeben und den Bischofssitz (sedes) von Rom (auch genannt sedes Sancti Petri, also Stuhl des Hl. Petrus) zu verlassen, ohne dem Petrusamt (munus Petrinum) abzusagen. „Das gegenwärtige kirchengeschichtliche Drama“ weiterlesen