Woher kommen Kampf und Streit?

Neuübersetzung Jakobus 4,1-3 zum kommenden Sonntag

1 Woher kommen Kämpfe, woher Streitigkeiten unter euch? Nicht aus eurem Genussstreben*, wenn es unter euren Mitgliedern** über Leichen geht***?


2 Ihr begehrt, besitzt aber nicht: ihr tötet.

Und ihr seid heiß auf etwas, könnt es aber nicht bekommen: ihr kämpft und führt Krieg.****


Ihr besitzt nicht, weil ihr nicht bittet.

3 Ihr bittet, aber erhaltet nicht, weil ihr unangemessen bittet, [nämlich] um [das Erhaltene] eurem Genussstreben zu opfern.

*in der Einheitsübersetzung „Leidenschaften“, in anderen Übersetzungen „(Ge-)Lüste“, „Triebe“, „Begierden“, im griech. Urtext hédoné, daher „Hedonismus“, wörtlich: Sinnenfreude (negativ konnotiert), naheliegende Übertragung im weiteren Sinn „Glücksstreben“, „Vergnügungssucht“ oder gar „Egoismus“; **wörtlich „Glieder“, üblicherweise übersetzt als „Glieder des Leibes“, kann aber auch verstanden werden als „Glieder einer Gruppe“; ***wörtlich „als Soldat in den Kampf ziehen“; ****im Vergleich zu anderen Übersetzungen Interpunktion geändert

Erstellt unter Zuhilfenahme von Biblehub Interlinear Bible

Vatileaks 3.0 – der Briefwechsel Benedikts XVI. mit Kardinal Brandmüller

mit Ergänzung vom 21.9.2018, 14 Uhr

Ist der vom Boulevard-Blatt BILD in seiner Online-Ausgabe vom 20.9.18 um 9.37 MESZ veröffentlichte, aber bereits um 0.09 Uhr MESZ auf Twitter angekündigte und verlinkte Auszug aus einem angeblichen Briefwechsel zwischen dem emeritierten Papst Benedikt XVI. und einem ungenannten Kardinal echt oder eine Fälschung oder eine manipulierte Darstellung?

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Nicht „Homosexualität“, sondern Unkeuschheit ist der primäre Grund eines moralisch korrupten Klerus

Die Begriffe „Homosexualität“ und „Heterosexualität“ habe ich in Anführungszeichen gesetzt, weil sie meist ohne saubere Definition gebraucht werden. Aus moralischer Sicht ist zu unterscheiden zwischen

  • homo-/heteroerotischem Empfinden,
  • homo-/heterointimen Genitalpraktiken und einer
  • Selbstidentifizierung als „schwul“ oder „homosexuell“.

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Was ist das rechte Himmelfahrtsgefühl?

Wehmut? Trauer? Verlassenheitsgefühl? Weit gefehlt!

Große Freude ist das Gefühl der Jünger nach der Himmelfahrt des Herrn gemäß der Schrift. „Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück.“ Lk 24,52

Der Osterjubel ist eigentlich ein Himmelfahrtsjubel. „Was ist das rechte Himmelfahrtsgefühl?“ weiterlesen

Der wahre Grund der Ostung von Kirchen

Hat man euch auch erzählt, der Grund dafür, dass Kirchenneubauten traditionell nach Osten ausgerichtet wurden, sei, dass die aufgehende Sonne ein Symbol für Christus sei?

Natürlich kann man die aufgehende Sonne als ein solches Symbol begreifen. Der wahre Grund liegt aber tiefer. „Der wahre Grund der Ostung von Kirchen“ weiterlesen

Was kommt nach der Volkskirche?

  1. Mein Kommentar zum gleichnamigen Artikel von KingBear auf Huhn meets Ei:

Leider verlaufen das Absterben der katholischen Kirchensteuerkirche und der katholischen Gottesdienstgemeinde nicht synchron, geschweige denn, dass noch Gläubige übrig sind, wenn das Kirchensteuersystem an sein Ende kommt.

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Die Neuerung von Placuit Deo – Manifest des Relationismus? Hymne auf die „Beziehung“?

Beim ersten Lesen des neu erschienenen Dokuments war mir zunächst nicht klar, was das Schreiben der Glaubenskongregation überhaupt bezweckt neben einem Abriss der christlichen Heilslehre in Abgrenzung zu von Papst Franziskus mehrfach zitierten für die Gegenwart unscharf bleibenden ideologischen Feindbildern des Neo-Pelagianismus und Gnostizismus. „Die Neuerung von Placuit Deo – Manifest des Relationismus? Hymne auf die „Beziehung“?“ weiterlesen

Stille Post mit der Vater-Unser-Bitte: Irrtum gebiert Irrtum

Die neue Bibelübersetzung der italienischen Bischofskonferenz von 2008 lieferte bereits eine Version der Vater-Unser-Bitte „führe uns nicht in Versuchung“, mit welcher aus einem falschen Verständnis dieser Bitte versucht wird, das vermeintliche irreführende Gottesbild glatt zu bügeln, mit dem Ergebnis, dass das Gegenteil erreicht wird. Es heißt im italienischen Original der neuen bischöflichen Bibelübersetzung von 2008 nämlich

„non abbandonarci alla tentazione“ (=überlasse uns nicht der Versuchung).

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Ganz einfach: Und führe uns nicht in Versuchung…

Es ist ganz einfach: man muss lediglich sauber unterscheiden zwischen 1. jemanden in Versuchung führen und 2. jemanden versuchen. Die Ausdrücke klingen zwar ähnlich, beschreiben aber zwei grundverschiedene Sachverhalte. Der Bibeltext unterscheidet (vergleiche die im folgenden zitierten Stellen in der Interlinearübersetzung NT) zwischen den beiden Ausdrucksformen; etliche Übersetzungen (einschließlich Einheitsübersetzung), Exegeten, Bischöfe und Papst (siehe Links beim Kreuzknappen, welcher letztlich auch diesen Artikel bei mir induziert hat) tun das leider nicht; am besten sind in dieser Hinsicht noch Elberfelder und Menge-, auch Luther-Bibel. „Ganz einfach: Und führe uns nicht in Versuchung…“ weiterlesen